Für den Inhalt dieser Seite ist eine neuere Version von Adobe Flash Player erforderlich.

Adobe Flash Player herunterladen

zeichen

Januar

Das Bienenjahr beginnt im August, das Imkerjahr im Januar.

frömmingLiebe Imkerin, lieber Imker,

Für das neue Jahr wünsche ich ihnen  alles Gute, vor allem Gesundheit, Freude an der Imkerei und volle Honigtöpfe. 

Mit  Beginn des neuen Jahres, so ist es gute Tradition, wechselt der Autor, der Sie mit Anregungen und Tipps für Ihre Imkerei, 12 Monate begleiten wird.
Mein Name ist Karsten Frömming. Ich bin  verheiratet und habe zwei Töchter. Nach  meinem Studium zum Dipl. Ing. für Flugzeug und Kraftfahrzeugbau habe ich zusätzlich ein  Pädagogikstudium absolviert. Seit mehr als 25 Jahren arbeite ich als Berufsschullehrer. Ich wohne in Hemsbünde, einem kleinen Ort am Rande der Stadt Rotenburg/Wümme. 
Vor  33 Jahren fiel mir ein Bienenschwarm auf den Kopf. Damals müssen die Bienen mich nicht nur „ gegen Rheuma „ behandelt, sondern auch mit dem „ Immenvirus „ infiziert haben. Denn seit dieser Zeit ist  die Beschäftigung mit den Bienen, neben Familie und Beruf, zum bestimmenden Thema in meinem Leben geworden.     
Doch zurück zu den Anfängen: Mein Vater ging in  Rente und besann sich darauf,  in    „den schlechte Zeiten“  schon einmal Bienen gehalten zu haben. Als wurden 8 Körbe und 30 Blätterstöcke, besetzt mit kampferprobten, bunt gestreiften Immen gekauft und vorbei war’s mit der Rentnerruhe. Der Garten wurde zum Sperrgebiet erklärt, von den Bäumen vielen Schwärme statt reifer Früchte und wesentliche Teile des Haushalts, vom Litermaß bis zum Zuckervorrat, verschwanden nebst Hausherrn im Bienenhaus. Nach dem Motto:  „learning by doing „ und ausgestattet mit vielen Geheimrezepten anderer Imkerfreunde,  aber ohne jedes Fachwissen, wurde so eine Katastrophe nach der anderen produziert. Als dann eines Tages ein Streitgespräch über die Frage , ob die Königin nun Stechen könne oder nicht, aus Mangel an  konkretem Wissen, zu eskalieren drohte, kaufte ich mein erstes Bienen- Fachbuch und begann zu lesen. Der Funke sprang sofort über. Mir, dem Techniker, eröffnete sich eine vollkommen neue Welt. Der Bien als Kreatur an sich und im Zusammenspiel mit dem Menschen; ein fast unerschöpfliches Thema, das bis auf den heutigen Tag seine Faszination für mich nicht verloren hat.
Nun mußten den Gedanken Taten folgen! Nicht so einfach für einen mittellosen Studenten und werdenden Familienvater. Trotzdem: Ich konnte und wollte nicht mehr  loslassen. Bewaffnet mit Säge, Stecheisen und Hammer schlich ich mich in den Keller und baute aus Holzresten  meine erste Beute. Ich wurde Mitglied in einem Imker Verein, bekam einen Patenimker, dem ich über die Schulter sehen konnte, stieg in die Praxis ein und  hatte gleich Erfolg. Fast 2 Zentner Honig (Raps), der sofort vermarktet wurde. Ein schönes Zubrot für einen kleinen Studenten und dann gleich im ersten Jahr!
Im zweiten Jahr, nach einem Wechsel des Wohnortes, versuchte ich dann alleine mein Glück. Aber eine Pleite folgte der Nächsten. Konsequenz, ich legte eine Schulungsphase ein, deckte die gemachten Fehler auf und startete einen neuen Versuch. Ich hatte begriffen, dass ständige Fortbildung, der Erfahrungsaustausch mit anderen Imkern und eine kritische Reflexion der eigenen Betriebsweise, die beste Basis für erfolgreiches Imkern bieten. 
So erarbeitete ich mir ein Wissensfeld nach dem anderen. Meine Frau stieg  fest  in die Imkerei ein. Sie übernahm die gesamte Honiggewinnung vom Honigraum bis in das  Glas und zur  Vermarktung an Privatkunden.   Ein zweites Standbein wurde die Carnica-Reinzucht. Seit nunmehr 18 Jahren führe ich  einen Leistungsprüfstand für Bienenköniginnen. 
Über unsere Betriebsweise werde ich im Laufe der Zeit ausführlich berichten.
Neben der praktischen Arbeit in der Imkerei bin ich dann immer intensiver in die Schulung eingestiegen. Für einige Jahre übernahm ich die  Aufgabe des Schulungsobmannes im Landesverband Hannoverscher Imker. Bedingt durch Krankheit mußte ich diese Aufgabe abgeben und auch die Imkerei , die in manchen Jahren bis zu hundert Völker umfaßte, stark zurückfahren. Heute bewirtschaften wir noch 50 Völker in einer gemischten Stand/Wanderimkerei. Ein Jungimker hilft mir bei körperlich schweren Arbeiten und lernt dabei im Gegenzug das Imkern. Die Schulungsarbeit mit
Anfängerkursen für Neu-Imker, Honiglehrgängen, Vortragsveranstaltungen  und vor allem der Arbeit als Vorsitzender des Imkervereins „Freizeitimker Wümme-Region e.V.“ sind jetzt zum Schwerpunkt meiner „Imkerlaufbahn“ geworden.

 

Karsten Frömming

 

Zurück zur Monatsübersicht Weiter zum Februar

 

Letzte Änderung Montag, 14 Januar, 2013 16:03