Für den Inhalt dieser Seite ist eine neuere Version von Adobe Flash Player erforderlich.

Adobe Flash Player herunterladen

 

 

zeichen

Amerikanische Faulbrut

 

Die Amerikanische Faulbrut war und ist das Schreckgespenst der Imker, noch vor wenigen Jahren wurden Imker, die zugaben, daß ihre Bienen erkrankt seien, gemieden und gemobbt. Die Bienenvölker wurden getötet und alle imkerlichen Gegenstände wurden den Flammen übergeben. Somit brachte eine Infektion mit der amerikanischen Faulbrut auch immer einen enormen finanziellen Schaden mit sich. Der emotionale Schaden für die Imker, welche alle Völker abtöten mußten, mal gar nicht gerechnet.
Daher erklärt sich auch, warum es mit der freiwilligen Angabe eines Krankheitverdachts oftmals nicht so klappte. Die Imker hatten einfach Angst sich zu outen und sich der Schmach des Aussätzigen zu ergeben.

Nunmehr haben findige Imker und Bienensachverständige in Zusammenarbeit mit den Veterinären einen anderen Weg gefunden. Die betroffenen Völker können saniert werden, die meißten Gegenstände können desinfiziert und wieder benutzt werden.

Amerikanische Faulbrut bedeutet also nicht das Todsurteil für die Bienenvölker und die Imkerei.

Durch diese Wendung in der Behandlung wuchs die Bereitschaft der Imker offen mit diesem Thema umzugehen, seinen Verdacht anzuzeigen und somit eine ordentliche Bekämpfung der Krankheit zu ermöglichen.

Diagnose und Krankheitszeichen

 

Erreger
Brutwaben äußere Ansicht
Geöffnete Zelle
Verlauf

 

 

Bei Verdacht

 

Erste Maßnahmen
Nach Bestätigung der Infektion
Was passiert mit den Völkern bis zur Sanierung

 

Sanierung

Die Sanierung des gesperrten Faulbrutbezirks beginnt erst, wenn ALLE Imker, welche im Sperrbezirk ihre Standplätze haben, gefunden und beprüft wurden. Hierbei gilt es sehr aufmerksam zu sein, denn nicht alle Imker sind, wie es Vorschrift ist, mit all ihren Standplätzen beim Veterinäramt gemeldet.
Erst dann wird ein Termin zur Sanierung vereinbart, an diesem Tag werden vorzugsweise alle Völker gleichzeitig bearbeitet. Somit hat man auch genügen Leute, die hilfreich die anfallenden Arbeiten verrichten können.
Zu Beginn der Arbeit, werden alle Völker zu Kunstschwärmen gemacht. Diese werden entweder im Keller aufbewahrt, oder freifliegend am Standort aufgestellt.
Allsdann kommen alle Gegenstände an den Sanierungsort, dort werden sie vorsortiert und gereinigt.
Als sehr günstig, hat sich die Einrichtung einer "Waschstraße" gezeigt.



 

Das Reinigen der gesamten Beutenmaterialien, aber auch aller Materialien, die mit der Imkerei in Berührung kamen, ist das A und O einer gelungenen Sanierung. Arbeitet man hier nicht exakt und zuverlässig, kann man nicht sicher über das Ergebnis der Sanierung sein. Bei einer gut organisierten Sanierung werden alle Imker des betroffenen Bezirks an diesem Taghilfreich mitarbeiten.
Es empfielt sich, erfahrene Sanierer, Bienensachverständige und Veterinäre mit ins Boot zu holen, da diese Personen über das Wissen und die erforderlichen Materialien verfügen.

Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Inhalte der einzelnen Abschnitte.

 

 

  • Kunstschwarm
  • Wabenschmelzen
  • Sortierung
  • Vorreinigen
  • Ätznatronbad
  • Hochdruckreiniger

Der Kunstschwarm

Da Brut, Wabenmaterial und Futter als infektiös gelte, muß man die Bienen davon trennen. Dieses geschieht mittels Kunstschwarm.
Wir haben die Möglichkeit die Bienen entweder in einem Kunstschwarm mit Dunkelhaft oder einem freifliegenden Kunstschwarm zu halten. Beide Möglichkeiten werden kurz erleutert.

  Kunstschwarm mit Dunkelhaft Freifliegender Kunstschwarm
Erstellung
  • abends in einen geeigneten Behälter abstoßen,
  • Vorsicht genug Platz muß sein, sonst droht Verbrausung
  • Behälter max 3 Tage an dunklen und kühlen Ort stellen
  • Abstoßen der Bienen in eine leere Beute oder Zwischenlösung
  • Bienen stehen am gleichen Ort wie zuvor
  • haben die Möglichkeit zu fliegen
Aufstellung
  • 3 Tage in den Keller
  • Alter Standort, offenes Flugloch
Nach Reinigung
  • Volk wird in eine gereinigte Beute auf Mittelwände geschlagen;
  • neuer Standplatz möglich
  • Volk wird in eine gereinigte Beute auf Mittelwände geschlagen;
  • gleicher Standplatz
Nahrungskarenz
  • höchstens 3 Tage
  • 3 Tage um sicherzustellen, das durch Aufnahmevon Nektar die Verdauungsorgane "durchgespült" sind
Füttern
  • nach max. 3 Tagen sonst Hungertod
  • nach 3 Tagen, da die Bienen selbst etwas finden, nicht so kritisch wie im Keller
Futter
  • Zuckerwasser 2:3
 
     
     
     

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hat man die Sanierung ordungsgemäß ausgeführt, gibt es guten Grund zu hoffen, daß die Völker bei der nächsten Beprobung nicht mehr positiv getestet werden.

Der Sperrbezirk wird wieder aufgehoben, wenn nach 2 bzw. 9 Monaten die Beprobung keinen neuen Befund ergeben hat.

 

Die Prophylaxe

Auch wenn Faulbrut mittlerweile gut sanierbar ist, möchte man eine Infektion doch dringend vermeiden. Denn die Arbeit, die der einzelne Imker dann zu leisten hat, ist schon immens. Was kann man also für seine Bienen tun, um das Risiko einer Infektion zu senken?

 

 

Nun hoffen wir, daß unsere Bienen gesund bleiben. Und falls es irgendwann wirklich einmal zu diesem "Ernstfall" kommt, daß offen und ehrlich mit dieser Situation umgegeangen wird, denn dann verliert diese Erkrankung auch ihren Schrecken und läßt sich gut bekämpfen.

 

Letzte Änderung Sonntag, 13 Januar, 2013 21:47