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Monatsbetrachtung April

Im April sollten einige einfache Maßnahmen an den Völkern durchgeführt werden. Da der Prozess der Durchlenzung abhängig vom Witterungsverlauf ist, werden sich außerdem die in der Monatsbetrachtung für März vorgeschlagenen Maßnahmen durch den Wintereinbruch Ende Februar sicherlich auch weiter in den April hinein verschieben.

Weil wir hier im norddeutschen Raum in einem Frühtrachtgebiet leben, wurde in unserer Region im Laufe der Jahrzehnte eine Biene ausgelesen, die diese Frühtracht auch nutzen kann. Wir arbeiten mit der  reinen Carnica/ Troiseck/Celle u. Hoffmann und ihrer F1. Diese Bienenrasse ist sehr robust. Sie geht in relativ kleinen Populationen in den Wintersitz, zeigt dabei sehr gute Überwinterungseigenschaften und „explodiert“ geradezu im Frühjahr.  Da sie schnell Trachtvölker aufbaut, ist sie für die Nutzung der Frühtracht sehr geeignet.
Sorgfältige Selektion der Königinnen und vorausschauende Einwinterung machen ein Verstärken des Volkes oder das Zusetzen von  Ablegern  im Frühjahr überflüssig. Wir sollten anstreben, Ende April bis maximal erste Dekade Mai die Honigräume aufsetzen zu können. Dafür müssen weder Reizfütterungen noch Pollenersatzstoffe eingesetzt werden. Durch die Wahl des richtigen Standorts sollte nur dafür gesorgt sein, dass Pollen, Futter und Wasser in unmittelbarer Nähe vorhanden sind: Im Frühjahr ist eine gute Pollenversorgung oberstes Gebot. Durch Verbesserung der Bienenweide können wir als Imker den Bienen die schwierige Auswinterungsphase entschieden erleichtern. Weidenstecklinge zum Beispiel sind schnell gemacht: gut bewurzelte Weidenheister aller Art kosten höchstens 1,50 € und können auch im April noch gut gepflanzt werden. Ob die dringend benötigten ersten Sammelflüge schließlich frühzeitig erfolgen können, hängt dann nur noch vom oft launischen Aprilwetter ab.

Die Durchlenzung ist eine entscheidende Phase des Bienenjahres. Die einzelnen Bienen sind zu dieser Zeit stark geschwächt und haben nur noch eine geringe Lebenserwartung. Zwar leben Winterbienen im Gegensatz zu Sommerbienen erheblich länger, da sie weder am kräftezehrenden Geschäft der Brutaufzucht noch an der Verarbeitung des Winterzuckers im Herbst beteiligt waren, dennoch sind auch sie durch die fortwährende Regulierung des Wärmehaushaltes des Stocks während der Winterruhe am Ende ihrer Kräfte. Trotzdem müssen sie es jetzt schaffen, die ersten Jungbienen zu pflegen. Das Bienenvolk ist erst „über den Berg“, wenn im April mehr Jungbienen schlüpfen als Altbienen abgehen. Der Imker sollte daher besonders behutsam vorgehen, wenn er die Bienenvölker dabei unterstützen will, im Frühjahr möglichst schnell eine neue Generation von Jungbienen aufzuziehen. Gut gemeinte Eingriffe können jetzt schnell ins Gegenteil umschlagen, da der Bien einfach nicht mehr die Kraft hat, Fehler des Imkers auszugleichen.

Bekanntlich beginnt die Durchlenzung mit dem Reinigungsflug und findet bei uns überwiegend ca. Mitte März statt.  Das bedeutet für uns Anfang April: Der Bodenschieber ist bereits gereinigt, kleinere Völker sitzen auf einer Zarge und es gibt kein weiselloses  Volk auf dem Stand. Eine warme Abdeckfolie, unter der sich Kondenswasser sammelt, belegt die Bruttätigkeit. Um das Brutnest auf Drohnenbrütigkeit zu kontrollieren, muss die Folie vorsichtig und nur so weit angehoben werden, bis erste verdeckelte Brut sichtbar wird.
Je nachdem, wie stark die Völker Mitte April sind, muß nun unterschiedlich vorgegangen werden. Die  im folgenden beschriebene Vorgehensweise hat sich bei uns im Laufe der Jahre eingespielt und ist nur mit wenig Zeitaufwand verbunden.
Völker auf einer Zarge haben meistens noch zuviel Futter, sodaß 1-2 Futterwaben entnommen werden können. Sie werden durch helle, schon einmal bebrütete Waben (keine Mittelwände!) ersetzt, die seitlich neben das Brutnest gehängt werden. Das eigentliche Brutnest bleibt unangetastet in der Mitte. Zur Förderung des Bruteinschlages wird jetzt noch die Zarge um 180° gedreht: 
April 1
Sitz des Volkes vor dem „Eingriff“

April 2
Das Volk nach der Drehung der Zarge


War vorher die Brut in Fluglochnähe, so ist sie jetzt im vom Flugloch abgewandten Teil der Zarge. Das verbliebene Futter dagegen befindet sich jetzt dicht am Flugloch. Der Bien ist meistens bestrebt, die Brut fluglochnah zu pflegen und wird daher das Futter umtragen. Dadurch kommt zusätzliche Bewegung und damit Wärme ins Volk, und die Königin wird  verstärkt in Eiablage gehen. Die Völker entwickeln sich dadurch besser und müssen so bis zur Honigraumfreigabe nicht mehr gestört werden. Sie werden auch dann nur diese eine Zarge als Brutraum behalten. Es sind dann keine sehr guten Völker mehr, aber immerhin noch gute Völker.

Besetzt ein Volk um diese Zeit mindestens schon 1 ½ Zargen und hat bereits erste offene Brut  in der unteren Zarge, ist ein zusätzlicher Eingriff sinnvoll. Im ersten Schritt werden die beiden Zargen einfach vertauscht, so dass die obere Zarge nun nach unten gestellt wird:

April 3  
Zargen und Brutnest vor dem Tausch

April 4
Zargen und Brutnest vor dem Tausch

                                                        

Nach 9-10 Tagen sind die unteren Futterkränze der Brutwaben umgetragen oder verbraucht, da der oben beschriebene Zwischenschritt das Anlegen eines geschlossenen Brutnestes massiv gestört hat. Nun erfolgt der erste direkte Eingriff in das Volk: etwa 6-8 verdeckelte Brutwaben ohne Futterkränze können jetzt in die obere, zur Seite gesetzte Zarge gehängt werden. Der Rest der oberen Zarge wird mit Leerwaben aufgefüllt. Die Königin mit allen offenen Brutwaben kommt in die untere Zarge, zwei Futterwaben bleiben dabei als Randwaben. Außerdem muß noch ein Leerrähmchen als Drohnenwabe eingehängt werden. Alle eventuell noch vorhandenen Futterwaben werden jetzt entfernt und durch helle, leere Brutwaben ersetzt. Das Absperrgitter wird aufgelegt und die 2. Zarge aufgesetzt.
Der nächste größere Eingriff fällt dann kurz vor der Wanderung in den Raps oder in ein anderes Frühtrachtgebiet an. (In die Obstblüte, die dann schon ansteht, wird nicht gewandert.)

Abschließend noch eine Empfehlung an die Königinnenzüchter unter Ihnen. Beobachten Sie im April das von Ihnen auf Grund der Vorjahresleistung schon vorgemerkte Volk genau. Meine Erfahrung ist, dass im April gemachte Beobachtungen besonders aussagekräftig sind und daher ein wichtiges Selektionskriterium bilden. Schließlich müssen Sie sich ganz sicher sein, vom besten Material ihres Standes nachgezogen zu haben. Machen Sie sich Notizen über die Frühjahresentwicklung und das sonstige Verhalten des Volkes. Ich empfehle Ihnen, die Sanftmut, die Anzahl der Brutwaben und das Datum der Freigabe des Honigraumes schriftlich festzuhalten. Dieses gilt auch für eine evtl.von Ihnen im Vorjahr zugekaufte wertvolle Zuchtmutter. Vergleichen Sie diese Eigenschaften  mit denen der anderen Völker. Lassen Sie sich bitte nicht dazu verleiten, im Sommer von einer Schwarmkönigin nachzuziehen. Oftmals ist eine Schwarmkönigin aus dem Vorjahr die beste Stockmutter im Folgejahr. Ziehen Sie jedoch von ihr nach, werden Sie bald eine  „Schwarm-Imkerei“ betreiben müssen. Doch davon im nächsten Monat mehr.    

 

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Letzte Änderung Sonntag, 13 Januar, 2013 21:45