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Monatsbetrachtung August

Im August stellt der Imker die Weichen für das kommende Bienenjahr.
Neben der Honigverarbeitung, auf die wir im September näher eingehen werden, ist der Aufbau gesunder, gut konditionierter Völker die wichtigste Aufgabe.    
Unsere Carnica- Biene hat ihren Jahres- Rhythmus so organisiert, das sie frühzeitig aus der Brut geht und dann in kleinen Populationen überwintert. Nach Dr. von der Ohe sind die „Winterbienen“, da sie sich weder bei der Brutpflegen, noch bei der Einlagerung von  Futter abarbeiten mussten, sogar  in der Lage, ihren Alterungsprozess auszusetzen und so die brutfreie Zeit im Volk sicher zu überbrücken.
 Sie geht also mit ihren Ressourcen ökonomisch um, Bienenmasse und Vorräte reduziert sie soweit, dass ein Überleben im Winter und der Neustart im Frühjahr gewährleistet sind.
Der Imker verfolgt aber weiterreichende Ziele. Er will im Frühjahr möglichst große Völker auswintern, die schon in den Startlöchern stehen und schnell einen Honigraum aufgesetzt bekommen können, da bei uns im Norden reine Frühtrachtgebiete vorhanden sind, die es zu nutzen gilt.

Ein guter Start in das neue Bienenjahr im August ist ausschlaggebend für die Erfolge des Imkers in der nächsten Saison. 


Varrosebehandlung


 
Es sollte inzwischen für jeden Imker zur Selbstverständlichkeit geworden sein, fortlaufend seine Völker auf den Befallsgrad der Varroa zu überprüfen, Drohnenbrut zu schneiden und  rechtzeitig Brutableger zu bilden.
Sorgfältige Varroosebehandlung ist also auch Bedingung, gesunde Bienen in den Wintersitz zu bringen. Die Bienen sind nicht in der Lage durch Varroenbisse entstandene Wunden in ihrer Chitinhaut zu schließen, was sie anfällig für Sekundärinfektionen macht. Spätestens im Februar werden die so geschädigten Bienen nicht mehr leben.
Nach der ersten Ameisensäurebehandlung im Juli muss unbedingt der Milbenabfall kontrolliert werden. Sind mehr als 200 Milben gefallen, erfolgt nach sieben Tagen erneut eine Behandlung mit Ameisensäure. Das muss aber auf jeden Fall vor der Winterauffütterung geschehen, da  ein Säureeinsatz während der Einfütterungsphase das Futter unbrauchbar macht.                     
Bitte lassen Sie die Finger von der Behandlung mit Oxalsäure, in welcher Form auch immer, solange die Bienen noch in Brut sind. Lückenhafte Brutnester und ein starker Sackbrutbefall sind die (nachweisbaren) Folgen. Oftmals bewirkt  der Sackbrutbefall, verstärkt durch Pollenmangel im Frühjahr, einen Stillstand in der Volksentwicklung, der existenzbedrohende Ausmaße annehmen könnte. Eine gut gemeinte Behandlung verkehrt sich so häufig in ihr  Gegenteil.
In einem von Ihnen frankierten und adressierten Rückumschlag senden wir gerne ein Merkblatt zum  Ameisensäureeinsatz mit dem Schwammtuch zu, das der Bienenzuchtberater  Guido Eich erstellt hat.

Pollenversorgung und Auffütterung

 
Es ist nicht möglich, ein Volk stärker auszuwintern, als man es eingewintert hat.

Reizfütterung, ob im Frühjahr oder Spätsommer, bewirkt da  gar nichts. Konkret heißt das, im günstigsten Fall wird ein Volk, ob ein- oder zweizargig, in dem Zustand ausgewintert, in dem es eingewintert wurde, wobei ein zweizargiges Volk im Frühjahr für den Imker natürlich ungleich wertvoller ist
Ein gleichmäßiger Futterstrom, in Verbindung mit einer qualitativ hochwertigen, sehr guten Pollenversorgung, ist das Geheimnis starker Wintervölker.
Unsere Erfahrung sagt uns, dass der Bien seine Wintervorbereitungen entsprechend dem Trachtangebot in seiner unmittelbaren Umgebung trifft. Wir bringen die Völker deshalb, nach erfolgter Varroabehandlung, in von Landwirten und Jägern angelegte Blühfelder.

 

 

 

 

 

 



Dort führt das gute Angebot an Pollen, in Verbindung mit einer Futtergabe, zu einem kräftigen Bruteinschlag und damit zu einer großen Zahl vitaler und gesunden Winterbienen. Außerdem können die Bienen im Frühjahr, wenn das Pollenangebot oft gering ist, jederzeit auf eine eingelagerte und  konservierte Notration an Pollen, zur Versorgung der ersten Brut, zurückgreifen.
Wir füttern  22 kg Futtersirup, in drei Portionen gereicht, ein. Dadurch wird das Brutnest nicht so stark eingeschnürt und die Abnahme des Futters ist  gut zu kontrollieren. Bei schleppender Abnahme muss nach der Ursache gesucht werden. Eine „schlechte“  Königin, Platzmangel, ein zu schwaches Volk, können die Ursache sein.

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Bei den von uns genutzten  Kunststoffbeuten ist allerdings ein Nachteil dieser Vorgehensweise anzumerken. Warten wir mit der nächsten Futtergabe zu lange (etwa eine Woche), nagen sich oftmals ungeduldig wartende Bienen durch die Styroporteile und richten Schäden an, die zu beheben viel Zeit kostet.
Natürlich ist beim Befüllen der Fütterer auf  peinlichste Sauberkeit zu achten.  Vorbeigegossenen Futterreste oder Kleckereien lösen Räuberei aus! Ein Eimer mit klarem Wasser und Schwamm- oder Wischtuch, zur Beseitigung von Futterresten jeglicher Art, ist also fester Bestandteil des Futtergerätes.
Nach der Wintereinfütterung werden die Futterzargen herunter genommen, eventuell vorhandener Wachsüberbau auf den Rähmchenoberträgern entfernt und neue Gazeabdeckung und Deckel aufgelegt. Solange es auf dem Blühfeld noch Pollen gibt, bleiben die Völker dort stehen. Anfang bis Mitte September werden sie dann auf den Überwinterungsstandort  verbracht. Ein sonniger, trockener Platz  in besonders geschützter Lage, mit eigenem Kleinklima, der im Frühjahr ein gutes Pollenangebot aufweist, ist ideal. Pro Standort sollten nicht mehr als 12 Völker aufgestellt werden.
Die oben beschriebene Vorgehensweise hat sich bei uns bestens bewährt. Der Aufwand einer zusätzlichen Wanderung und das mehrmalige Nachfüttern wird durch die gute Auswinterung im nächsten Frühjahr wettgemacht.


Wer Schwierigkeiten mit der Pollenversorgung hat, kann seine Völker vielleicht in der Nähe von Ortschaften (in Vorgärten blüht immer etwas) oder Friedhöfen ( blühender Grabschmuck)  einwintern.
august

Wo immer möglich, sollte jeder Imker versuchen, z.B. Sonnenblumen, Topinambur, Goldrute oder jede Art von ungefüllt blühenden Herbststauden und Wildkräutern anzusiedeln, um so das Pollenangebot für die Bienen in unseren ausgeräumten Landschaften zu verbessern. Es zahlt sich immer aus.  

 

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Letzte Änderung Sonntag, 13 Januar, 2013 21:44