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Monatsbetrachtung Februar

Betriebsweise

 
Beginnen möchte ich die Monatsbetrachtung im Februar mit einer grob umrissenen Vorstellung unserer Betriebswiese.
Der von mir betriebene Leistungsprüfstand für Bienenköniginnen wird genau so geführt, wie unsere Wirtschaftsvölker. Standweise nimmt er an Wanderungen in die Massentrachten teil. Die zusätzlich anfallenden Arbeiten werden dann eben dort gemacht, wo er gerade steht. Ich werde ihn also nicht mehr besonders erwähnen. Einziger Unterschied; auf dem Leistungsprüfstand wird mit Absperrgitter gearbeitet, bei den Wirtschaftsvölkern nicht. 
Der Leistungsprüfstand ist natürlich mit  Carnica-Reinzuchtköniginnen  besetzt. In  die Wirtschaftsvölker werden neben den Carnica-Reinzuchtköniginnen auch von uns gehaltene Linien- Reinzuchtköniginnen eingeweiselt. Wir bezeichnen sie als Versuchsanpaarungen.
Hinzu kommen noch einige F1 Königinnen   für die Pflegevölker der Königinnenzucht.
Fast alle Königinnen sind einjährig, da sie nach einem Jahr ersetzt werden. Davon ausgenommen sind gekörte oder zur Körung anstehende Königinnen.
Grundsätzlich wird 2-zargig überwintert.
Die Standorte richten sich nach dem Pollenangebot im zeitigen Frühjahr. Mit gut entwickelten Trachtvölkern wandern wir  Rapsflächen auf Marschböden an der Ostsee an. Die anderen Völker bleiben bei uns in der Geest. Nach dem Schleudern der Frühtracht  werden unterschiedliche  Sommerstandorte aufgesucht. Zur Gewinnung von Sortenhonigen wandern wir, wenn möglich,  in die Linden-, Tannen- und/ oder Heidetracht.
Parallel dazu laufen Königinnenzuchten (Reinzucht- u. Wirtschaftsköniginnen) für den Eigenbedarf und Verkauf. 
Um den  Vermehrungszyklus der Varroen zu unterbrechen und zur Verstärkung der abgeernteten Heide/Tannenvölker, werden mit den ersten begatteten Königinnen Brutwabenableger gebildet.

In unserer Region ist spätestens in der letzten Juli-Woche Trachtschluss. Dann  wird abgeerntet, die Völker werden ausgeglichen und die neuen   Königinnen eingeweiselt. Es folgt die  Sommerbehandlung mit Ameisensäure. Dann werden Standorte mit besonders gutem Pollenangebot, wie z.B. von Landwirten und Jägern angelegte Blühflächen, angewandert. Hier wird die Reiz- und Winterfütterung durchgeführt. Mitte September werden die Völker dann an die Winterstandorte gebracht. Dort erfolgt auch die Winterbehandlung zur Bekämpfung der Varroose.

 

Beute

 

Seit 20 Jahren ist die Taunus-Magazinbeute aus Kunststoff bei uns im Einsatz. Die drei wichtigsten Gründe sich für diese Beute zu entscheiden waren der damals günstige Preis, das Zandermaß und die ungrade Zahl von 9 Waben, denn damit verfügte die ausgewählte Zarge über eine, meines Erachtens für die Legetätigkeit der Königin so wichtige, Mittelwabe. 

Für jedes Wirtschaftsvolk werden von uns vier Zargen vorgehalten.
Den anfänglich benutzten Kunststoffboden ohne Anflugbrett, mit einem sehr empfindlichen Wandergitter aus Kunststoff, haben wir durch einen selbstgefertigten hohen Wanderboden aus Holz, nach Pfefferle, ersetzt. Das heißt, ein 10 cm hoher Holzrahmen steht auf  zwei 2cm hohen Querleisten und ist über die ganze Fläche mit
einem Drahtgitter als Belüftung versehen.

Ein frei beweglicher Fluglochkeil kann über die gesamte Breite ein  8 mm hohes Flugloch unten (im Sommer) oder durch Drehen oben (im Winter) freigeben. Bei starken Trachtvölkern wird der Keil in der Hochsaison ganz entfernt. Eine Kunststoffklappe vor dem Flugloch dient, nach Bedarf, als Verschluss oder Flugbrett. 
Ein Schieber kann, nach dem Entfernen einer Klappe, von Hinten in den Boden der Beute,

 

 

 

(wahlweise über oder unter dem  Drahtgitter), eingeschoben und herausgezogen werden. So ist es jederzeit möglich,  Auskunft über den Befallsgrad der Varroose zu bekommen und ohne Störung des Volkes  den Totenfall des Parasieten auszuzählen.

 

Eigens für die Fernwanderungen haben wir einen   speziellen Wanderdeckel aus Holz gebaut. Er weist eine 20x30 cm große, mit Drahtgitter versehene Öffnung auf, die so abgedeckt ist, das Sonnenlicht und Regen nicht direkt in die Beute gelangen können. Am angewanderten Standplatz wird der normale Deckel als Abdeckung und Regenschutz zusätzlich  auf den Wanderdeckel gesetzt.
Deckel
Eine weitere Optimierung der Beute betraf die Rähmchen.
Sämtliche alten Rähmchen, ob längs- oder quergedrahtet, wurden ausgewechselt, da mir der Wabenabstand, bedingt durch die Hoffmannseitenteile, mit 37,5 mm zu groß und auch nicht bienengemäß schien. Ein unregelmäßiger und bei der Bearbeitung  hinderlicher Überbau der Zellen, zeigte dieses deutlich an.
Untersuchungen und Messungen in Körben haben  ergeben, dass die Biene im natürlichen Wabenbau immer einen Abstand von 35 mm von Wabenmitte zu Wabenmitte einhalten.  pfeil
Deshalb verwenden wir heute nur noch die neuen, modifizierten Zanderrähmchen mit Hartholz-Hoffmann- Seitenteilen, vierfach gelocht und mit Längsdrahtung. Jetzt stimmt der Wabenabstand und wir verfügen über gleichmäßig ausgebaute Waben. Durch die besonders dicke Oberleiste des neuen Rähmchens haben wir darüber hinaus so gut wie keinen Zwischenbau mehr.
Weitere Ergänzungen der Beute sind ein Absperrgitter und ein 4,5cm hoher Zwischenrahmen aus Holz. Dieser Rahmen wird  zwischen Zarge und Deckel gesetzt, um mehr Platz für den Futterteig bei der Reizfütterung zu schaffen. Bei der Wanderung wird er, zur Erhöhung des Bodens, zwischen Zarge und Boden   gesetzt.
Zur flüssigen Wintereinfütterung wird ein Fütterer verwendet.

 

Wachskreislauf

 

Alarmierende Untersuchungsergebnisse über Rückstände in Mittelwänden und kritische Anfragen unserer Kunden haben uns dazu veranlasst, einen eigenen Wachskreislauf aufzubauen.. Inzwischen ist eindeutig erwiesen, dass der, im übrigen  völlig unnötige, Einsatz von Chemie zur Wachsmottenbekämpfung seine Spuren im käuflich zu erwerbenden Wachs ebenso hinterlassen hat, wie der langjährige Einsatz von lipophilen (= fettliebenden) Varroabekämpfungsmitteln.   Das heißt, mit dem Wachs bzw. der Mittelwand, kaufe ich  den Dreck unverbesserlicher Imkerkollegen und damit Wirkstoffe, deren Anwendung ich nicht verantworten kann oder die nicht zugelassen sind! Waben können auch mit unbedenklichen Mitteln konserviert werden.
Obwohl wir mit  Ameisensäure arbeiten, Brutableger bilden und Drohnenbrut ausschneiden, sind wir gezwungen eine  Winterbehandlung mit Perizin durchzuführen. Damit sind auch in unserem Wachs Rückstände zu finden. Die mit Perizin in Berührung gekommenen Waben
werden im Dampfwachsschmelzer eingeschmolzen und zu Kerzen „veredelt“.

Von Prof. Dr. Dustmann, dem ehemaligen Leiter des Bieneninstitut Celle, habe ich mir in Form eines Gutachtens bestätigen lassen, das die Verbrennungsrückstände von Bekämpfungsmitteln in Kerzen für uns Menschen unbedenklich sind.
Für unsere Betriebsweise ergibt sich daraus zwangsläufig, das unsere Völker viel Neuwachs produzieren müssen. Ist einmal nicht genug Wachs vorhanden, werden ausschließlich zertifizierte Mittelwände dazugekauft.

 

Arbeiten im Februar

Bei  Schnee achten Sie bitte darauf, dass kein Sonnenlicht in die Fluglöcher reflektiert. Einzelne Bienen könnten verleitet werden, trotz der niedrigen Temperaturen, auszufliegen. Da sie sonnenorientiert navigieren und den hellen Schnee anscheinend mit dem Sonnenlicht verwechseln, beginnen sie diesen Flug meistens in Rückenlage, stürzen ab auf die vermeintliche Sonne,( den Schnee) und verklammen sofort. Abhilfe kann geschaffen werden durch vorsichtiges Entfernen des Schnees vor dem Flugloch oder das Abstreuen mit einer dichten Lage Asche.
Orientieren wir uns an den   Wetteraufzeichnun-gen der letzten Jahre, ist, bei normalem Witterungsverlauf, Ende Februar mit den ersten kleineren Reinigungsflügen zu rechnen. Nehmen sie diese  nur zur Kenntnis, notieren Sie das Datum für ihre Aufzeichnungen, aber stören Sie auf keinen Fall die Völker, indem sie neugierig hineinschauen! Haben Sie Geduld!
 „Kalt überwintern, aber warm durchlenzen.“

Der Bien beginnt jetzt zu heizen, jeder neugierige Blick in die Beute, jedes Deckelhochheben, wirft ihn  zurück und unterbricht sein langsam beginnendes „Munterwerden“.
Im Februar beginnt meistens schon eine erste Legetätigkeit  der Königin. In dem noch vorhandenen  Wintersitz wird dann  Bruttemperatur erzeugt.
Über das Warum kann man nur spekulieren. Auslöser können sowohl die länger werdenden Tage, als auch  die  Menge des im Herbst eingelagerten Pollens sein.
Die Größe der ersten Brutflächen richten sich nach der vorhandenen Volkstärke und damit nach dem Warmhaltevermögen der noch nicht ganz aufgegebenen Wintertraube.
Der erste große Reinigungsflug sagt uns Imkern: „Jetzt geht es los, endlich ist es so weit!“ 
Für die Entwicklung des Bien ist  in dieser Zeit  entscheidend, was  in der Beute an  „Startkapital“ für die neue Saison in Form des mit Futter konservierten Pollens zur Verfügung steht. Das Pollenangebot in der freien Natur ist, witterungsbedingt,   nicht zuverlässig.
Der Grundstein für einen erfolgreichen Start im Frühjahr wird also im Spätsommer des Vorjahres gelegt.
Dieses für sie überlebenswichtige Verhalten haben die Bienen über Millionen von Jahren entwickelt.
In unserem Verantwortungsbereich als Imker liegt es, den Standort bei der Winterauffütterung auszusuchen oder entsprechend zu gestalten.

Februar, März und April sind Pflanzmonate, in denen bienengerechte  Stauden und Gehölze die im August und September blühen und Pollen liefern, gesetzt werden können.

Ein Wort zu den Pollenersatzstoffen. Untersuchungen im Institut Celle haben belegt, dass die Bienen durch diese Stoffe  massiv  geschädigt und in ihrer Entwicklung zurückgeworfen werden. Die Bienen nehmen diese  Eiweißstoffe zwar auf, können sie aber nicht erschließen. Ihr Verdauungsapparat verschmutzt, ihre Futtersaft produzierenden Drüsen verstopfen und funktionieren dann nicht mehr störungsfrei. Brut, die mit diesen Höselstoffen als Ersatz für Pollen aufgezogen wird, ist geschädigt, was natürlich wieder massive Auswirkungen auf den Aufbau des Volkes insgesamt hat  Fatal das diese Stoffe immer noch angeboten werden!
Im Februar ist es besonders wichtig für ausreichend Wasser zu sorgen. Nach dem Reinigungsflug haben die Bienen einen sehr großen Wasserbedarf.
Optimal ist ein kleiner Graben oder See mit leicht anmoorigem Wasser, das  besonders wichtige Gerbstoffe und Mineralien enthält. Wir konnten immer wieder feststellen, das die Wasserholerinnen leicht „angegammelte“ Wasserstellen in der freien Natur den von uns eingerichteten  Klarwassertränken vorzogen.
Eine Tränke kann daher  nur eine Notlösung sein, die wir mit der gebotenen Sorgfalt einrichten sollten.
Imkermeister Geert Staemmler hat in seiner Monatsanweisung vorgeschlagen, einen Tränkeeimer im Handel zu erwerben und diesen im Nahbereich der Völker (10 m) geschützt aufzustellen. Der Eimer wird, gefüllt mit verdünntem Moorwasser, umgekehrt auf einen Pfahl gesetzt. Dadurch sind die Bienen gezwungen von unten an die kleinen Löcher  heran zu fliegen um Wasser aufzunehmen. Beim Abfliegen können sie den Kot dann nicht mehr an der Tränke absetzen. So werden Infektionen verhindert.
Sehr gut bewährt hat sich bei uns ein ausrangierter 45 kg Hobbock, den ich am oberen Rand mit kleinen Löchern versehen habe. Der Hobbok wird mit Wasser gefüllt,verschlossen und dann auf den Deckel gestellt.  Es bildet sich ein kleiner schmaler Wasserstreifen in der Deckelkrempe, die kaum bekotet wird. Siehe Abbildung.

 

Arbeiten in der Werkstatt

 

Im Februar werden  Reparaturen an den Arbeitsgeräten wie Beute, Rähmchen und Werkzeuge vorgenommen. Getrockneter Rainfarn für den Smoker wird gehäckselt und griffbereit in Eimern gelagert.
Die  selbstgegossenen Mittelwände werden mit einem Trafo in die Rähmchen gelötet. Im Gegensatz zu den gekauften und gewalzten Mittelwände, sind die selbstgegossenen sehr empfindlich und lassen sich kaum handhaben. Deshalb werden sie stapelweise im Wärmeschrank bei 35° vorgewärmt. Jetzt brechen sie nicht so leicht. Nach dem Einlöten schrumpfen sie durch das Abkühlen wieder und stehen dann unter leichter Spannung. Im Volk werden sie dann wieder erwärmt, verwerfen sich aber nicht mehr und bleiben gerade.
Da wir nur längsgedrahtete Rähmchen verwenden, achten wir beim Einlöten auf einen 0,5cm breiten Spalt zwischen Mittelwand und unterer Rähmchenleiste. Dies ist besonders wichtig, um ein Ausbeulen und Knicken der neuen Wabe zu verhindern.  Gespannt werden die Drähte mit einem im Fachhandel erhältlichen Rollenspanner. Das Einlöten erfolgt auf einer Holzplatte, die in das Rähmchen hineinpasst. Das Rähmchen liegt also nur auf den Drähten. Jetzt wird die neue Mittelwand eingelegt und die Kabelenden des Trafos an die Drahtenden des Rähmchens gehalten. Der Draht schmilzt ein, die Mittelwand bleibt gerade und fällt nicht durch. Die so bearbeiteten Rähmchen werden in Leerzargen gelagert, die oben und unten abgedichtet sind. Dadurch bleiben sie länger „frisch“ und duften später noch.

 

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Letzte Änderung Sonntag, 13 Januar, 2013 21:54