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Monatsbetrachtung Mai

Im Mai darf der Imker den roten Faden nicht verlieren.

Die Bienen haben von Anfang Mai bis zur Sommersonnenwende nur zwei Ziele: Die Arterhaltung durch Vermehrung und die Einlagerung von Wintervorräten. Zur Arterhaltung teilt sich das Volk. Dafür zieht es eine neue junge Königin auf, die im Volk verbleibt, während die alte Königin mit einem Teil der Bienenmasse auszieht und  sich eine neue Bleibe sucht. Dieser Vorgang ist allgemein als „Schwärmen“ bekannt.
Die Wintervorräte entstehen durch das Einbringen des Nektars, der in lagerfähigen Honig umgearbeitet wird.
Der Imker muss im Mai entscheiden, welche Ziele er primär verfolgen will:

  1. Starke Völker mit viel Bienenmasse bilden, um die Völkerzahl durch Teilung zu erhöhen.
  2. Trachtvölker aufbauen, um Honig zu gewinnen.
  3. Honiggewinnung und Völkervermehrung gleichzeitig
  4. Königinnen ziehen

Egal welcher Schwerpunkt gesetzt wird, ganz wichtig ist es immer, in der Zeit bis zur Sommersonnenwende den Wabenbau zu erneuern und regelmäßig die Varroose zu bekämpfen.

Mai
Die Völker im Raps

Festzustellen ist: Der Imker und der Bien verfolgen nicht immer die gleichen Ziele. Aber der Imker hat die Möglichkeit, durch Eingriffe das Volk so zu lenken, das in der Regel seine Ziele verwirklicht werden können. Dabei hängt die Reihenfolge der anstehenden Eingriffe immer vom Entwicklungsstand des einzelnen Volkes ab.

Eingriffe

Die Erweiterung

Folgende Faktoren muss der Imker beobachtet haben, bevor er eine Erweiterung vornimmt:

  1. Das Volk zeigt Bauaktivitäten.
  2. Es hat genügend Bienenmasse und bildet schon einen Bienenbart.
  3. Es gibt keinen Platz mehr zur Trachteinlagerung.

Wird zu früh erweitert, leidet die Honigqualität, da die Bienenmasse nicht ausreicht, um gleichzeitig den Honig sorgfältig zu bearbeiten und die Brut aufzuziehen.
Wird zu spät erweitert, wird das Brutnest durch Trachteinlagerung eingeschnürt, das Volk kommt in Schwarmstimmung und setzt Weiselzellen an.

1. Erweiterung des Einzargenvolkes zur Frühtrachtnutzung:

  1. Reste von Winterfutter entfernen.
  2. Einen Baurahmen als Randwabe einhängen.
  3. Lücken mit Mittelwänden auffüllen (direkt neben, nicht in das Brutnest hängen)
  4. Absperrgitter auflegen
  5. Neue Zarge, bestückt mit max. drei hellbraunen Waben und Mittelwänden, aufsetzen
  6. An die Oberleiste der Rähmchen etwas Honig streichen, um die Bienen in die neu aufgesetzte Zarge zu lenken.

  
2. Erweiterung des Einzargenvolkes zur Entwicklung der Bienenmasse.

 3. Erweiterung des Zweizargenvolkes

  1. Lücken mit Mittelwänden auffüllen, dabei das Brutnest unberührt lassen.
  2. Absperrgitter auflegen
  3. Neue Zarge, bestückt  mit hellen Waben und Mittelwänden, aufsetzen.
  4. An die Oberleiste der Rähmchen etwas Honig streichen, um die Bienen in die neu aufgesetzte Zarge zu lenken.

                
Erweiterung auf drei oder vier Zargen.

  1. Erweiterung des Zweizargenvolkes zur Frühtrachtnutzung
  2. Die dritte Zarge, bestückt mit hellbraunen Waben, Mittelwänden und einem  Baurahmen 

      als vorletzte Wabe, wird zur Erweiterung des Brutraumes auf die untere Zarge gesetzt und  
mit dem Absperrgitter abgedeckt.

  1. Die vierte Zarge, bestückt mit hellen Waben und Mittelwänden, wird zur Erweiterung des

Honigraumes zwischen Absperrgitter und 3. Zarge gesetzt.

  1. Erweiterung des Zweizargenvolkes zur Entwicklung der Bienenmasse
  2. Die dritte Zarge, bestückt mit hellbraunen Waben, Mittelwänden und Baurahmen wird

      zwischen die erste und zweite Zarge gesetzt.

  1. Eine vierte Zarge wird hier nicht mehr benötigt. Hat das Volk drei Zargen gut besetzt, wird es zur Ablegerbildung geteilt.

Grundsätzliches  zur Erweiterung:

Erweiterungsschritte unterdrücken den Schwarmtrieb.
Erweitert wird, sobald erste bestiftete Weiselzellen gefunden werden.
Der Brutraum bleibt bei jeder Erweiterung unangetastet.
Die Baurahmen werden bei jedem Eingriff kontrolliert, bei Bedarf ausgeschnitten. 
Vier Zargen ist die Höchstgrenze für ein Volk.



Lenkung des Schwarmtriebes im Mai


 
Den Schwarmtrieb begünstigende Faktoren sind alte Königinnen Beschäftigungs-losigkeit durch Trachtlosigkeit, schlechtes Wetter oder Raumnot.  Bei einjährigen Königinnen  reicht in der Regel die Erweiterung.

Mai 2
Ein Schwarm zieht ein


Bei mehrjährigen Königinnen kann der verstärkt auftretende Schwarmtrieb durch folgende
Maßnahmen gelenkt werden.

Entweder Brutdistanzierung wie folgt:

  1. Zarge: Königin mit zwei Brutwaben, Mittelwände, Absperrgitter
  2. Zarge: Honigraum
  3. Zarge: verdeckelte Brut und Leerwaben
  4. Zarge: Offene Brut

Oder:

Königinnen zusammen mit einigen Brutwaben aus dem Volk nehmen, Ableger bilden.

            
                 

 

 Die Honigpflege im Mai

Die Honigpflege beginnt mit dem Aufsetzen des Honigraumes. Reicht jetzt die Bienenmasse nicht aus, den Honigraum vollständig zu besetzen, passiert in kalten Nächten Folgendes. Die Bienen unterbrechen die Aufarbeitung des Nektars und ziehen sich in den Brutraum zurück,um die Bruttemperatur dort stabil zu halten. Die unverdeckelten Honigwaben kühlen aus und ziehen Feuchtigkeit an. Der  Wassergehalt im Honig steigt. Am nächsten Trachttag wird der frisch geerntete Nektar ebenfalls eingelagert. Die Bienen schaffen die sorgfältige Verarbeitung nun nicht mehr und verdeckeln dann unreifen Honig mit einem zu hohen Wassergehalt. Fazit: Qualitativ hochwertiger Honig kann nur entstehen, wenn ausreichend viele Bienen an der Aufbereitung beteiligt sind.
Um den Geschmack des Honigs nicht zu verfälschen, soll es vermieden werden, Brutwaben in den Honigraum zu hängen. Den Honigraum möglichst nur mit frisch ausgezogenen Waben und Mittelwänden bestücken.

 

Zur Königinnenzucht

Folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein, um eine Königinnenzucht zu beginnen:
Erste Drohnen sind geschlüpft. Es steht ein Volk zur Verfügung, das in Pflegestimmung und erweiterungsfähig ist. Dieser Zeitpunkt ist erreicht, wenn alle Stadien von Brut vorhanden sind und am Baurahmen erste Weiselzellen angesetzt wurden.
Zur Königinnenzucht wird das Volk jetzt folgendermaßen umgebaut.

    1. Zarge: Königin, zwei Brutwaben und Leerwaben/Mittelwände
    2. Zarge: Honigraum
    3. Zarge: verdeckelte Brut, Pollen/Leerwaben
    4. Zarge: offene Brut, daneben freie Wabengasse zur Aufnahme des Zuchtrahmens

     

Mai 3    
Unser Zuchtrahmen     

        
Der Zuchtrahmen besteht aus einer mit Honig gefüllten Futtertasche und zwei mit
vorgezogenen Königinnenzellen bestückten Zuchtleisten. Ist der Umbau des Volkes erfolgt,
wird der Zuchtrahmen sofort zugegeben.
Nach 6 Tagen wird der Zuchtrahmen entnommen,  die inzwischen  verdeckelten Königinnenzellen entnommen, verschult und in die Brutmaschine gegeben. Dieser Vorgang kann im gleichen Volk  einmal wiederholt werden.

Ich hoffe, die Beschreibung der einzelnen Arbeitsschritte macht es ihnen etwas leichter, Ihren roten Faden zu finden und nicht aus dem Auge zu verlieren.

 

 

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Letzte Änderung Sonntag, 13 Januar, 2013 21:59