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Monatsbetrachtung November

Der November wird bestimmt von Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt und der Winterbehandlung der Völker gegen die Varroose.

Die Winterbehandlung der Völker


Wir behandeln grundsätzlich alle unsere Völker im Winter noch einmal gegen den Befall mit Varroen. Bisher haben wir die Winterbehandlung mit Perizin durchgeführt. Dabei haben wir, wenn auch zähneknirschend, die negativen Folgen des hochgiftigen Präparates; Fettlöslichkeit des Mittels und die damit verbundene Rückstandsproblematik, in Kauf genommen. Nach ausführlichen Gesprächen mit unserem Bienenzuchtberater, Guido Eich, haben wir uns jetzt aber entschlossen, erstmals Oxalsäure als Bekämpfungsmittel im Winter einzusetzen. Trotz aller Skepsis und Vorbehalte gegen dieses Mittel, wegen der Giftigkeit der Kristalle und der besondere Schutzmaßnahmen bei der Anwendung, die ja im Übrigen auch für Perizin gelten, hat die Oxalsäure den Vorteil, keinerlei Rückstände im Wachs zu hinterlassen. Eine relativ unbedenkliche Form der Anwendung besteht darin, die Säure, in Zuckerwasser gelöst, in die besetzten Wabengassen zu träufeln. Wir hoffen, damit gute Erfahrungen zu machen.      
Zu dem Einsatz der Oxalsäure
Grundsätzlich darf jedes Volk nur einmal mit Oxalsäure behandelt werden. Dazu schlagen die Bieneninstitute für die Winterbehandlung folgende Vorgehensweise vor: 35g Oxalsäure werden in 1 Liter Zuckerwasser 1:1 gegeben.  30 ml dieser Lösung werden dann pro Volk mit einer Spritze (in der Apotheke oder im Bienenfachhandel erhältlich oder bereits in dem Behandlungsset für Ameisensäure vorhanden), möglichst gleichmäßig in alle von Bienen belagerte Wabengassen verteilt. Die Einmalbehandlung und die Menge von max.30ml pro Volk, muss unbedingt eingehalten werden, da die Bienen sonst verenden.
Zwingend erforderlich sind beim Hantieren mit der Oxalsäure säurefeste Handschuhe, Schutzbrille, Kunststoffschürze und eine speziell für diesen Einsatz zugelassene Atemschutzmaske, die im freien Handel erhältlich ist. Jeglicher Hautkontakt mit der Oxalsäure ist zu vermeiden.
Die Völker müssen brutfrei sein. Erfahrungsgemäß ist das erst Ende November der Fall. Da die Bienen zu dieser Zeit noch in der ersten und zweiten Zarge verteilt sitzen, empfiehlt es sich, um eine gleichmäßige Verteilung der Lösung zu erreichen, zuerst die obere Zarge anzukippen und die in der unteren Zarge befindlichen Bienen zu beträufeln. Anschließend werden dann die Bienen in der oberen Zarge behandelt. Bei diesem Ablauf werden die Bienen vor zu großen, schockartig auftretenden, Belastungen durch die Säure geschützt.

Vorbereitung des Weihnachtsmarktes.

Für uns Hobbyimker klingt es immer etwas hochtrabend, wenn wir von Weihnachtsgeschäft reden. Aber jeder von uns weiß, dass die Weihnachtszeit eine gute Möglichkeit bietet, ein Glas Honig mehr zu verkaufen.
Es sollte daher spätestens Anfang November der Honig abgefüllt werden. Eine gefällige Präsentation, z. B. im Geschenkkarton aus dem Fachhandel, kleine 30 g Gläser zum „Probeschlecken“, Informations- und Rezeptbroschüren, regen sicher die Kauflust an.

Eine besondere Bedeutung hat das Kerzenlicht in der Advents – Weihnachtszeit. Bienenwachskerzen verbreiten mit ihrem warmen Licht und ihrem zarten, unaufdringlichen Duft des Bienenwachses, besinnliche und gemütliche Stimmung in die Weihnachtsstube.

Deshalb sollten wir um diese Jahreszeit zusammen mit dem Honig auch Kerzen anbieten. Im Vormonat habe ich Ihnen bereits ein einfaches Verfahren zur Reinigung des eigenen Wachses für die  Kerzenherstellung beschrieben. Seit vielen Jahren stellen meine Frau und ich selber Kerzen her. Gerne verraten  wir Ihnen einige unserer Tricks und Kniffe und empfehlen sie zur Nachahmung. Etwas handwerkliches Geschick, wir Imker/Innen sind ja bekannt für unseren Basteltrieb, wird dabei vorausgesetzt. Vorab einige allgemeingültigen Regeln:

1.Die Kerzen sollten möglichst Ende Oktober, spätestens aber Anfang November fertig gegossen oder gezogen sein. Sie müssen eine gewisse Zeit kühl gelagert werden, um nachzuhärten und eine festere Konsistenz zu erhalten. Dadurch wird ein gleichmäßiger und langsamer Abbrand erreicht.
2.Die Bienenwachskerze ist ein Naturprodukt, das mit besonderer Sorgfalt behandelt werden sollte. Wichtig ist es daher, die Käufer  darauf hinzuweisen, dass eine brennende Kerze nie unbeaufsichtigt bleiben darf und ein Standort in Zugluft, der Nähe einer Wärmequelle oder der Fallkälte auf der Fensterbank einen ungleichmäßigen und viel zu schnellen Abbrand zur Folge hat.
Einige Tipps zur Herstellung der Kerzen
Grundsätzlich sind  die heute verwendeten Runddochte geflochtene Einzelfäden. Diese  bilden an einer Webseite, deutlich sichtbar, ein „V“. Dieses V muss in der Kerze immer nach oben offen sein und darf nicht umgekehrt benutzt werden, da die Flamme sonst nicht genug flüssiges Wachs ziehen kann und dann unsauber abbrennt.

 
Die Mittelwandkerzenproduktion


Am einfachsten ist das Anfertigen von Kerzen durch das Aufrollen von Mittelwänden. In Wachs getränkte Runddochte der Größe 2, eignen sich für eine Normalmaß-Mittelwand,  die von der kurzen Seite her aufgerollt wird. Die Mittelwand muss gut durchgewärmt sein, damit sie ohne Rissbildung gerollt werden kann. Durch die Verwendung  mehrerer aneinander gefügter Mittelwände kann der Kerzendurchmesser variiert werden. Die Dochtstärke ist dann entsprechend anzupassen. Im ersten Arbeitsgang wird der Docht parallel zur Kante der Wachsplatte so aufgelegt, dass er an beiden Seiten 1 cm übersteht.
Dabei ist die Dochtrichtung (V= oben offen) zu beachten. Der Docht wird fest aufgedrückt und dann mit der Kante gleichmäßig umwickelt. Mit beiden Händen wird die Kerze bis zum Ende der Wachsplatte gerollt, gegebenenfalls dann eine weitere Mittelwand angefügt. Abgeschlossen wird das Wickeln mit dem Angleichen der Abschlusskante. Ein runder Messergriff ist als Werkzeug gut geeignet. Die Kerzenspitze lässt sich, mit einiger Übung, durch unterschiedliches Aufbringen des Druckes beim Wickeln, variieren.
Unterschiedliche Kerzenformen lassen sich sehr einfach durch z.B. vorherigen trapezförmigen Zuschnitt der Mittelwände erzeugen.


Das Giessen von Kerzen


Im Fachhandel sind heute die unterschiedlichsten Gießformen aus Silikon-Kautschuk erhältlich. Sie sind nicht gerade billig, haben aber den Vorteil, dass mit ihrer Hilfe recht einfach und sicher sehr schöne Kerzen gegossen werden können.  
Benötigt wird ein Raum, bzw. ein Arbeitsplatz der leicht zu reinigen, warm und zugfrei ist. Es werden eine Heizplatte und zwei Kochtöpfe, die ineinander passen, benötigt. Der kleinere Topf muss ein unbeschädigter Emailtopf sein. Er wird mit Wachs bestückt und in den mit Wasser gefüllten größeren Topf gestellt. So kann das Wachs im Wasserbad verflüssigt werden, bis es die für das Gießen erforderliche Temperatur von ca. 80- 85°C. erreicht hat.  
Die Gießformen werden in ca. 60°C warmes Wasser, dem ein Schuss Spülmittel als Trennmittel beigefügt wurde, vorgewärmt, nach der Entnahme aus dem Wasser einmal kräftig ausgeschlagen und mit einem Docht, der Stärke des Kerzendurchmessers entsprechend, versehen. Dann wird die Form wird mit Gummibänder verschlossen und, um einen sicheren Stand zu gewährleisten, auf einen Plastikring gestellt. Zentriert und gespannt wird der Docht oben(= Kerzenstandfläche) mit zwei, auf entsprechende Länge gekürzte Schaschlikspießen, die an den Enden mit Gummibändern zusammengehalten werden und ihn einklemmen.
Nun kann das verflüssigte Wachs in die Form gegossen werden. Größere Kerzenformen werden sofort nach dem Guss in einen passenden, im Wärmeschrank vorgewärmten, Blumenübertopf gestellt. Durch diese Maßnahme kühlt die Kerze langsam ab, was einer Rissbildung vorbeugt.

Nach dem Erkalten wird die Kerze aus der Form genommen, die Standfläche, bei Bedarf, mit einem heißen Bügeleisen  geglättet, der Docht unten abgeschnitten und oben im flüssigen Wachs nachgetränkt.
Eine generelle Regel für die Dochtstärke kann leider nicht aufgestellt werden. Unsere Erfahrungswerte:  Kerzen bis 20mm Durchmesser Dochtstärke 2, 30-40mm Durchmesser die Stärke 4 und darüber die Stärken 6-10.

 

Das Ziehen von Kerzen


Am beliebtesten sind bei unseren Kunden die von Hand gezogenen Kerzen. Sie brennen besonders langsam und gleichmäßig ab, ohne zu tropfen. Spannvorrichtungen zum Tauchen der Dochte  habe ich mir selber gebaut.
Kerze 
Einfache Spannvorrichtungen für Tafelkerzen und Tannenbaumkerzen. Die Dochte werden einfach in Sägeschnitte eingeklemmt und können so problemlos nachgespannt werden.
Das Material, Messingrohre verschiedener Durchmesser, Gewindestangen und Aluminiumleisten, sind in jedem Baumarkt erhältlich und mit einfachen Werkzeugen zu bearbeiten.

November

 

 

 

Lediglich die Ziehvorrichtungen für Christbaumkerzen wurden mit einem speziellen, mit Feuerzeuggas betriebenen Brenner, weich gelötet und forderten etwas Geschick bei der Herstellung.
Brenner

 

Wir benutzen zum Ziehen der Kerzen einen emaillierten Einkochtopf, in dem das Wachs auf 75-80°C erhitzt wird.

 

 



Man kann aber auch zwei ineinander gestellte Töpfe, wie oben beschrieben, benutzen, wenn der innere Topf eine entsprechende Höhe aufweist.
Ohne Probleme können die Töpfe mit 2/3 Wachs und 1/3 Wasser befüllt werden. Beim Erwärmen muss dann aber unbedingt ein Deckel fest aufgelegt werden, damit das heiße Wachs nicht aus dem Topf spritzen kann. Auch das erste Tränken der Dochte muss langsam geschehen. Den Ziehtopf mit Wachs und Wasser zu befüllen hat den Vorteil, dass nicht so viel Wachs benötigt wird und der beim Ziehen ständig sinkende Flüssigkeitsspiegel im Topf mit heißem Wasser problemlos ergänzt werden kann. Es sollte aber immer etwas mehr Wachs als Wasser im Topf sein.
Das eigentliche Ziehen ist dann, mit den vorgestellten Hilfsmitteln, einfach. Aus Gründen der Effektivität haben wir mehrere der abgebildeten Gestelle zum Ziehen angefertigt. Sie werden jetzt alle mit Dochte versehen, die reichlich lang bemessen werden müssen.  Die richtige Lage (V= nach oben offen) kontrollieren! Beim ersten Tauchvorgang bleibt das Gestell so lange im Wachs, bis am Docht keine Bläschen mehr aufsteigen.
Erst dann ist der Docht mit Wachs gesättigt. Sind alle Gestelle einmal  getaucht, beginnt der zweite Durchgang. Jede neue Schicht muss abkühlen können. So baut sich langsam die Stärke der Kerze bis zum gewünschten Durchmesser auf. Jeder einzelne Tauchdurchgang kann mit einem Strich an einer Tafel protokolliert werden. Damit wird für neue Durchgänge mit neuen Dochten gewährleistet, dass die gleiche  Kerzendurchmesser, falls gewünscht, erreicht wird.


Sind die „Tauchgänge“ beendet, werden die Kerzen am unteren Ende mit einem im Wasserbad erhitzten  Messer abgeschnitten, aus dem Gestell genommen und sofort kurz in  sehr kaltes Wasser getaucht.
Bild 7: Ein einfacher Schnitt mit einem heißen Messer löst die Kerze aus dem Halterkerzen

Dadurch erhalten die Kerzen eine Oberflächenspannung, die zusätzlich zur richtigen Dochtstärkenwahl ein Tropfen unterbindet.  Ist der Fuß der Kerzen, wie oben schon beschrieben, mit dem heißen Plätteisen in eine gute Form gebracht, werden sie paarweise zusammengebunden und mit einem Etikett, dass auf „Reines Wachs und Handarbeit“ hinweist, beklebt.
Kerzen
Wir empfehlen, nach einigen „heimlichen“ Übungsstunden, liebe Freunde zum Kerzenziehen einzuladen. Eine schönere Einstimmung auf die Weihnachtszeit wird es kaum geben.    

 

 

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Letzte Änderung Sonntag, 13 Januar, 2013 21:59