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Monatsbetrachtung Oktober

Für die Bienen ist der Oktober der Beginn der Überwinterungsphase.  Die Arbeit an den Völkern beschränkt sich nur noch auf wenige Handgriffe. Dafür laufen die ersten Vorbereitungen zur Vermarktung der Bienenprodukte an, denn im November beginnt schon das Weihnachtsgeschäft. 

                                                                                                               
     

Varroabefall kontrollieren  


Trotz der Ameisensäurebehandlung im September und einer gegebenenfalls bereits erfolgten Nachbehandlung, ist es sehr wichtig, einen Überblick über den Varroenbefallsgrad der Völker zu behalten. Hierzu werden einmal in der Woche die Schieber im Boden gezogen und der natürliche Totenfall der Milben kontrolliert. In unserer Imkerei gehört diese vorbeugende Maßnahme inzwischen zum Standardprogramm, nachdem wir in den vergangenen Jahren im September/Oktober einen sehr starken Reinvasionsdruck von Varroen  feststellen mussten.
Zweimal konnten dabei, als Ursache des erneut  starken Milbenbefalles auf unserem Stand, Bienenvölker anderer Imker ermittelt werden, die keine Spätsommerbehandlung erfahren hatten. Diese Imker hatten sich auf ihre punktuell im Winter durchgeführte Bekämpfungsmaßnahme verlassen und dabei unterschätzt, dass der erreichte Wirkungsgrad zu niedrig war, so dass die massive Vermehrung der Varroen die Völker zum Auszug veranlasste.
Grundsätzlich gilt, eine Milbe als natürlicher Totenfall im Oktober ist anders zu bewerten, als eine Milbe  im Sommer. Im Oktober ist sie ein Indiz für einen wesentlich höheren Befallsgrad und stellt damit eine ungleich höhere Bedrohung des Volkes dar. Gegebenenfalls muss erneut mit Ameisensäure und dem Schwammtuch nachbehandelt werden, sobald die  Witterungsbedingungen es zulassen.

Stände winterfest machen


An unseren Beuten haben die Fluglöcher eine Höhe von 8mm und brauchen deshalb nicht mit einem Mäusegitter versehen werden. Wir drehen jetzt lediglich die Fluglochleisten in unseren Holzböden so um, dass herabfallende tote Bienen im Winter nicht die Luftzirkulation  verhindern.

Probleme haben wir, trotz der starken Völker im Wintersitz, immer wieder mit verschimmelten Randwaben in der unteren Zarge. Wichtig scheint es zu sein, die Kunststoffmagazine vor Nässe von außen zu schützen. Hier experimentieren wir noch mit verschiedenen einfachen  Abdeckungen, stellen aber auf jeden Fall schon eine deutliche Abnahme an schimmeligen Waben im Frühjahr fest.
Ein Blick zum Nachbarimker, der mit der  „Segeberger Beute“ arbeitet und bei vergleichbarer Volksstärke und ähnlichem Standort diese Probleme nicht kennt, lässt den Schluss zu, dass unsere Beuten die Ursache für dieses Ärgernis sein könnten.



Wabenpflege und Lagerung


Wie bereits ausführlich im September dargestellt, haben wir fast nur unbebrütete, helle Waben mit in den Winter genommen. Vier bis fünf Zargen voll mit höchstens einmal bebrüteten Waben( hellbraune Färbung ) werden es dann, trotz aller guten Vorsätze, doch noch. Jetzt nehmen wir uns die Zeit, noch einmal Wabe für Wabe auf Drohnenhecken zu kontrollieren (diese werden ausgesondert), die Rähmchen von Kittharz zu befreien und in die bereits gereinigten Zargen (siehe September) zurückzuhängen.
Die hellbraunen Waben werden dabei von den unbebrüteten Waben getrennt aufbewahrt. Sie werden jetzt mit einem Schwefelstreifen gegen Wachsmotten behandelt, der unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen abgebrannt wird. Dabei gehen wir wie folgt vor:  Zwei Lagerzargen mit Waben stehen auf einer glatten Unterlage. Die dritte Zarge ist eine Leerzarge. In ihr befindet sich ein roter flacher Ziegelstein auf dem ein Blechdeckel gelegt wird. Zwei Nägel werden in diesen Deckel gelegt und darauf ein halber Schwefelstreifen. Sofort nach dem Anzünden des Schwefels  werden die übrigen Zargen mit zu behandelnden Waben aufgesetzt und der Deckel aufgelegt. Nach ein paar Tagen wird die  „Schwefelzarge“ entfernt. Mit dieser einfachen und ungefährlichen Vorgehensweise, die eine Brandgefahr praktisch ausschließt, haben wir die besten Erfahrungen gemacht.
Unbebrütete Waben werden nicht gegen Wachsmotten behandelt, da sie nicht befallen werden.  

 

Waben ausschmelzen und  Rähmchen reinigen

 

Ein  Schwerpunkt der Arbeiten im Oktober ist die Verarbeitung des gewonnenen Wachses.
Wie zu Beginn des Jahres bereits beschrieben, legen wir großen Wert auf einen eigenen Wachskreislauf. Das bedeutet für uns die strikte Trennung des ehemaligen Brutwabenwachs vom Entdeckelungswachs und Drohnenbauwachs. Zuerst wird deshalb das gesammelte Entdeckelungswachs eingeschmolzen und mit dem bereits gewonnenen Wachs aus den Drohnenwaben zusammengebracht. Dieses Wachs wird komplett zur Herstellung der in unserer Imkerei benötigten Mittelwände verwendet, da es frei ist von chemischen Belastungen. Die gewonnenen Blöcke werden  in Packpapier eingewickelt und für die Mittelwandproduktion im Frühjahr zurückgelegt.
Sollte unser  eigenes Wachs für die benötigten Mittelwände einmal nicht ausreichen, werden nur zertifizierte Bio- Mittelwände dazugekauft. (Für jedes Volk kalkulieren wir grundsätzlich pro Saison 18 Mittelwände).
Im Winter wird eine Perizinbehandlung durchgeführt. Das hat zur Folge, dass die „Winterwaben“ sprich, alten Brutraumwaben, gesondert zwischengelagert wurden, da die meisten von Ihnen bereits im März bei der Auswinterung angefallen sind. Diese Waben und die im Sommer durch frisch geschleuderte Honigraumwaben ersetzten Brutraumwaben, werden jetzt eingeschmolzen. Das gewonnene Wachs wird zur Verarbeitung von Kerzen benutzt.  Reicht  es einmal nicht aus, wird Wachs aus uns bekannten Imkereien zugekauft.
Die  ausgeschmolzenen Rähmchen werden im kochenden Ätznatronbad von allen Verunreinigungen (Trester oder evtl. vorhandene Krankheitserreger)  befreit, mit Wasser  abgespült und getrocknet. Wenn nötig, werden die Leisten  nachgenagelt und die Drähte nachgespannt.



Wachs reinigen für die Kerzenproduktion


Die Kerzenproduktion hat sich im Laufe der Jahre zu einem lukrativen Standbein unserer Imkerei entwickelt. Die eigene Kerzenherstellung hat eine lange Tradition. Sie ist eine zusätzliche Herausforderung an die Fähigkeiten des Imkers.
Wer sich die aufwändige Arbeit der Wachsaufarbeitung ersparen will, kann reines, geklärtes  Wachs zu günstigen Konditionen, im Tausch gegen ausgeschnittene Altwaben, in den Handelsimkereien erwerben.
Wir reinigen, filtern und hellen das Wachs mit einfachen Mitteln selber auf und bereiten es so zur  Kerzenherstellung vor. Rechnet man die Arbeitszeit nicht, aber wer macht das schon wenn es um ein Hobby geht, lohnt sich die eigene Aufbereitung finanziell schon.
Vorgehensweise bei der Reinigung:
Die Waben werden im Dampfwachsschmelzer eingeschmolzen. Man erhält noch stark verunreinigte Wabenblöcke. Diese werden erneut eingeschmolzen und flüssig in Eimer verfüllt. Mit Deckel versehen kommen diese Eimer in Hobocks um darin langsam abzukühlen. Die Hobocks werden dabei verschlossen und zusätzlich mit einer Wolldecke abgedeckt. Das bewirkt, dass die Verunreinigungen im Wachs besser absinken und nach dem  Erkalten  mit einem Stockmeißel vom Boden des Wachsblockes abgeschabt werden können.
In nächsten Arbeitsgang wird das Wachs  in einem Einkochtopf mit einer absolut heilen Emailleschicht (das Wachs wird sonst grau) erhitzt, bis es beginnt aufzuwallen.
Jetzt werden einige Tropfen Oxalsäure in die heiße Flüssigkeit gegeben. (Sicherheitsvorschriften müssen dabei unbedingt eingehalten werden.) Das Wachs erhält durch die Oxalsäure eine leuchtende, goldgelbe Farbe. Nun wird das Wachs auf ca 80°C. heruntergekühlt und dann in ganz normale Plastiktrinkbecher gefüllt.
Wachs WachsWachs
wird das Wachs aus den Trinkbechern geschnitten und auf eine feste Unterlage gelegt. Mit Stockmeißel und Hammer werden die unteren 2-3cm des Wachses abtrennt, um etwa noch vorhandene Verunreinigungen, meistens feiner Pollen, zu entfernen. Dieses Wachs wird dann erneut eingeschmolzen und die ganze Prozedur beginnt von vorne.

Die sauberen Wachsstücke werden, bis zur Herstellung der Kerzen, in einem fest verschlossenen Hobock aufbewahrt. Doch davon im November mehr, denn spätestens zu Beginn der dunklen Jahreszeit sollen duftende Bienenwachskerzen nicht nur unsere Wohnung, sondern auch unser Gemüt erhellen.

 

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Letzte Änderung Sonntag, 13 Januar, 2013 21:57