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Varroatose

 

Die Varroamilbe (Varroa destructor) mit ihrer schädigenden Kraft, stellt für uns Imker eine enorme Belastung und für unsere Bienen eine immense Bedrohung dar.
Seit nunmehr 34 Jahren versuchen Imker, Biologen, Bienensachverständige die Situation in den Griff zu bekommen. Jedoch zeigt sich das "Viech" als sehr wiederstandsfähig. Es ist bisher nicht gelungen kurativ gegen die Milbe zu bestehen, sondern ein jedes Jahr versuchen wir den Befall so weit zu senken, daß unsere Völker überleben können. Und selbst das gelingt nicht jedem Imker zu jeder Zeit.

 

 

  • Geschichtliches
  • Die Milbe
  • Vermehrung
  • Schäden
  • Therapie

Im Jahre 1977 wurde die Varroamilbe durch Mitarbeiter eines deutschen Bieneninstituts leider nach Europa gebracht.

Ihr ursprünglicher Wirt, die asiatische Biene, ist in der Lage, sich gegen die zerstörerische Wirkweise der Varroamilbe redlich zu wehren, da sie die befallene Brut orten und ausräumen kann und somit den Vermehrungszyklus der Milbe empfindlich stört. Unsere Honigbiene indes kann dies nicht, und leidet seit dem Einschleppen der Parasiten enorm.
In kürzester Zeit verbreitete sich die Varroa über Deutschland, dann über das gesamte Europäische Umland. Seit den späten Achtzigern ist die Varroa auch nach Süd-sowie Nordamerika gelangt. Ihr Erfolgszug ist nicht aufzuhalten. Über die Jahre hinweg gelang es den Wissenschaftlern immer wieder, Behandlungmaßnahmen zu erforschen, welche sich aber alsbald unzureichend, oder zu gefährlich für Biene und Mensch zeigten. Mittel und Chemikalien wurden erprobt, einige waren auch durchaus potent, jedoch lagerten sich die Wirkstoffe auf Grund ihrer Fettlöslichkeit im Wachs ab. Andere wirkten hervorragend, jedoch nur über einige Jahre, dann traten Resistenzen auf und die Imker waren wieder einmal mit dem Latein am Ende.
Nunmehr, beruhend auf Forschungen über den Vermehrungszykluss, sowie mit Erprobungen von organischen Säuren, durchzieht die Imkerschar jedes Jahr ein straffes Behandlungsprogramm, mit dem es gelingt die Milbenpopulation in Schach zu halten.
Hoffnung haben einige Imker in eine Resistenzucht gesetzt, bisher vielversprechend aber auch von vielen Seiten kritisch beäugt.
Für die Biene und für uns Imker bleibt nur zu hoffen, daß es  irgendwann gelingt, diesem Parasiten den Gar aus zu machen.

 


WIE SCHÖN UND EINFACH MUß IMKERN VOR DIESER ESELEI GEWESEN SEIN?

Die Varroamilbe, sehr treffend als Varroa destructor bezeichnet, ist ca.1,5 mm groß, besitzt eine querovale Körperform , gehört zu der Spezifikation der Spinnentiere und besitzt somit 8 Beine. Sie existiert ausschließlich parasitär.
Zwischen den beiden vorderen Beinen, welche als Fühler ausgebildet sind, findet sich das Beißwerkzeug der Milbe. Dieses benutzen sie dazu, die Cuticula der Bienen zu verletzen um dann die austretende Haemolymphe aufzusaugen.

 

Ihren Vermehrungszyklus absolviert die Varroamilbe in den verdeckelten  Zellen  der Bienenbrut. Hierzu lässt sich das Varroaweibchen  von jungen Bienen bis an die, kurz vor der Verdeckelung stehenden Brutbereiche bringen und begibt sich dann in die Brutzelle. Dort gelangt sie auf den Boden der Zelle in den Futtersaft und ist somit nicht zu entfernen.  
Nach der Verdeckelung wird die Larve sogleich das erste Mal von dem Parasiten angezapft, nach ca. 60 Stunden  legt das Weibchen das erste Ei, aus welchem sich ein  männliches Tier entwickel wird, anschließend legt das Weibchen noch weitere Eier, bis zu 4 weitere Weibchen können schlüpfen. Noch in der verdeckelten Brut begattet das männliche Tier die Weibchen.
Auf Grund der längeren Verdeckelungsphase der Drohnenbrut, ist die Reproduktionsrate gegenüber der Arbeiterinnenbrut höher.
Schlüpft die Biene, gelangen die Milben ins Volk und vermehren sich dort dann alsbald weiter.

Worin liegt jetzt eigentlich die schädigende Wirkung der Varroamilbe?
Durch das wiederholte Saugen der Haemolymphe tritt zwar auch ein Flüssigkeitverlust  ein, dies ist für die Biene aber kaum von Bedeutung.
Vielmehr ist die verursachte Wundfläche  das Problem. Hier ist jetzt eine ideale Eintrittspforte für Viren, Pilze und Bakterien. Der Milbenspeichel selbst ist ein Träger dieser Erreger . Die adulte Biene verfügt über genügend  Abwehrkräfte  bis zu einem bestimmten Befallsgrad, jedoch, das sich entwickelnde Tier in der Brutzelle, wird extrem  von den saugenden Parasiten geschädigt.

Angefangen mit eingeschränkter Lebenserwartung und einer Veränderungen im Bienenverhalten, wie zB. Hygiene- und Verteidigungsgebahren, wird mit zunehmender Parasitierung auch der Körper der Biene makroskopisch verändert und beschädigt.
Der Fettkörper ist nicht  so ausgeprägt, somit haben die kranken Tiere einen verkürzten Hinterleib. Verstümmelte Flügel, welche bei sehr stark befallenen Völkern zu beobachten sind, zeigen die Schädigung durch den saugenden Parasiten  und die Infektion mit den
Deformed -Wing –Virus.

Zeigen sich derartige Veränderungen an den Bienen, dann ist es höchste Eisenbahn.
Lange kann das Volk den Varroadruck nicht mehr standhalten und wird zusammenbrechen.

 


Wie schon geschildert, wurde und wird in viele Richtungen geforscht und probiert. Viele der Medikamente die noch vor 10 Jahren on vogue waren, sind mittlerweile wieder  vom Markt, da es zu einer Gefährdung des Menschen kam.



Behandlung durch Einbringung von Mitteln



Aktuelle Behandlungsverfahren werden mit organischen Säuren vorgenommen, hierbei  unterscheiden wir eine Behandlung in brutfreiem Zustand  im Winter oder als Kunstschwarm und während der Spätsommermonate  nach der Honigernte.
Zur Anwendung kommende Säuren sind die Ameisensäure, die Milchsäure und die Oxalsäure.
Bei sorgsamer und regelrechter Anwendung ist der Wirkungsgrad recht hoch. Jedoch ist natürlich jedes Einbringen von Säuren in ein Bienenvolk mit einer Gefährdung der Bienen verbunden. Bei einigen Anwendungsformen wurden Königinnenverluste beobachtet, auch ist es durchaus so, daß die Königin bei einer Langzeitbehandlung aus der Brut geht. Außerdem werden wohl alle während der Behandlung schlüpfenden Bienen auch geschädigt, der ist noch nicht gehärtet und die Säuren können angreifen.
Somit hat der Imker die unbedingte Verantwortung vor dem Benutzen der Varroamittel, zu ermitten, ob eine Behandlung nötig ist. Ein sinnloses Behandeln, nach dem Motto "Viel hilft viel!" hat nur negative Auswirkungen auf das Volk und die jüngste Brut, die man gerade im Spätsommer so sehr benötigt, um starke Wintervölker aufzubauen.

 

Milbenminimierung durch das Schneiden von Drohnenbrut

Durch das regelmäßige Schneiden von Drohnenbrut, versucht der Imker die Vermehrungsrate der Milbe empfindlich zu stören. Da die Entwicklung des Drohn länger andauert, als die der Arbeitsbienen, kann sich die Milbe in der verdeckelten Drohnenbrut länger und stärker vermehren. Hierbei werden spezielle "Drohnenrahmen" eingehängt, welche dann nach der Vereckelung ausgeschnitten werden. Normal entwickelte Völker können die Entnahme der "Männer" wohl problemlos ausgleichen. Bitte informieren Sie sich hier über die Vorgehensweise bei der Drohnenbrutentnahme.

 

 

Brutableger zur Varroareduzierung

Brutableger werden im Frühsommer gebildet und erfüllen gleich mehrere Zwecke. Zum einen kann der Schwarmdruck aus den Wirtschaftsvölkern genommen werden, zum anderen dienen sie der Volksvermehrung und Zucht. Außerdem bietet der Brutableger eine kleine Entlastung des Varroadrucks im Wirtschaftsvolk, da je einige verdeckelte Brutwaben entnommen und somit auch Varroen entfernt werden. Also schlägt man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Jedoch sollte man nicht vergessen, daß die Varroen ja nicht weg, sondern nur woanders sind.  Eine gute Überwachung und gegebenenfalls Behandlung der Jungvölker bleibt uns nicht erspart. Über die Vorgehensweisen bei der Bildung von Ablegern durch Brutableger informieren Sie sich bitte im Kapitel  Völkervermehrung.



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Änderung Sonntag, 13 Januar, 2013 22:14