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Erkrankungen der erwachsenen Biene -

Vergiftungen

Bei Vergiftungen unserer Bienen handelt es sich hauptsächlich um

Nun sei aber auch bemerkt, daß die ersten beiden Punkte - Trachtvergiftungen und Schadstoffimmissionen, uns weniger beschäftigen, als die doch bedrohliche Situation bei den Pflanzenschutzmitteln der Landwirtschaft.

Vergiftungen durch Trachtpflanzen


Es gibt eine handvoll giftiger Trachtpflanzen in Deutschland, die unseren Bienen gefährlich werden können. Dazu zählen zB. Wiesenknöterich, Wolfsmilch, Germer, Bilsenkraut und Seidenpflanze. Zumeist ist die blühende Pflanzenmenge jedoch nicht ausreichend um den Völkern wirklich gefährlich zu werden. Bemerkt man Vergiftungserscheinungen verbringt man die Bienen an einen anderen Ort und entfernt die gesammelten "Werke".

 

Vergiftungen durch Schadstoffe in Luft und Wasser

Durch strenge Auflagen für die Industrie, sind unsere Bienen nicht mehr so extremen Schadstoffen in der Luft ausgesetzt wie noch vor 50 Jahren. Trotzdem sollten wir als Imker aufmerksam und kritisch beobachten, da natürlich durch Verkehr und Industrie eine Belastung unserer Luft durchaus zu befürchten ist.
Gelangen schädigende Stoffe in Gewässer ist die Gefahr für unsere Bienen groß, da bereits geringe Mengen wirksam schädigen können. Doch auch hier ist die Aufmerksamkeit und Umsicht für unsere Umwelt deutlich mehr in die Köpfe der Menschen gelangt.

 

Pflanzenschutzmittel

Die Hauptgefahr durch Gifte droht unseren Bienen duch Pflanzenschutzmittel, zumeist durch unsachgemäßes Anwenden oder sogar durch die Verwendung von verbotenen Mitteln, aber auch ordnungsgemäß angewandte Mittel können den Bienen den Garaus machen. Es ist überlebenswichtig, mit Landwirten im Gespräch zu bleiben, aber auch Kleingärtner zu bitten, sehr sorgsam mit diesen Mitteln umzugehen, oder bestenfalls ganz auf sie zu verzichten.
Trotzdem wird es immer wieder zu massiven Bienenverlusten kommen, da die konventionelle Landwirtschaft wohl kaum in den nächsten Jahren so umstrukturiert werden wird, daß auf Gifte verzichtet werden kann. Beschäftigen wir uns also mit den Giften und deren Folgen, und schauen wir, wie wir als Imker damit umgehen können.

  • Fungizide
  • Herbizide
  • Insektizide
  • Akarizide

Fungizide

werden vor allem zur Behandlung von Pilzerkrankungen verwandt. Hierbei werden Saatgut und auch Pflanzen, aber auch Hölzer mit den Mitteln behandelt. Als Wirkstoff wird auf Kupfer und Schwefel zurückgegriffen. Eine Schädlichkeit für unsere Bienen entsteht, wenn die Dosierung nicht regelrecht vorgenommen wird. Geht man streng nach Angaben de

Zur Anwendung kommen Fungizide zB. im Obstbau, jedoch müssen diese Mittel nicht während der Blüte ausgebracht werden, da es sich um Fruchtkrankheiten handelt. Auch der Weinbau benutzt die bienenungefärlichen Fungizide gegen

 

Herbizide

werden vorzüglich zur Unkrautvernichtung eingesetzt, sie wirken ätzen oder aber wachstumsfördernd auf die Unkräuter, die durch das unnatürlich angeregte Wachstum dann eingehen. Von der direkten Schadwirkung auf die Bienen abgesehen, ist es vornehmlich die Vernichtung wichtiger Wildkräuter, die den Bienen zu schaffen macht.

 

Insektizide

Diese Mittel werden direkt zur Vernichtung von schädlichen Insekten verwand, daß dabei auch Nützlinge wie zB. auch unsere Honigbiene betroffen ist, verwundert wohl wenig.
Durch Kontakt gelangen diese Wirkstoffen in den Organismus und blockieren die Cholinesterase an den Synapsen, somit werden alle Nervenimpulse blockiert. Auch andere Organsyteme, wie die Atmungsorgane können geschädigt werden.
Bekannte Vertreter dieser Gruppe sind zB. der Phosphorsäureester E605, Carbamate, Pyrethroide. Einige dieser Mittel sind als hochtoxisch einzustufen, manche können auch nur am Tage angewand werden, dies ist dann für unsere Völker besonders kritisch.

Arkarizide

sind zur Anwendung bei Milbenbefall vorgesehen, bei ordnungsgemäßer Handhabung haben sie keinen bienengefährdenden Einfluß.

 

 

 

 

 

 

 

 

Was können wir als Imker im Falle einer Vergiftung beobachten? Sind unsere Bienen in Kontakt gekommen, kann es sein, dass sie nicht mehr in den Stock zurückkehren und an Ort und Stelle verenden. Entscheidend hierfür ist die Intensität des Kontaktes und natürlich die Dauer bis zum Eintritt der Wirkung.
Dann fällt "nur" eine deutliche Abnahme der Flugintensität des Volkes und ein Nektarverlust auf. Da die Flugbienen aber auch bei zB. Nosematose fehlen, ist eine Diagnose nicht immer eindeutig zu stellen.

Deutlicher sind Vergiftungszeichen, wenn die Bienen noch bis zum Bienenstock zurück fliegen können. Hier können wir dann einen Stau am Flugloch beobachten. Die betroffenen Heimkehrer werden nicht mehr in den Stock gelassen. Die Wächterbienen bemerken, daß ein fremder "Geruch" vorhanden ist und es kommt zu deutlichen Kämpfen. Die ankommenden Bienen putzen sich hysterisch, torkelnde, kreiselnde, unkoordinierte Bewegungsmuster sind zu beobachten. Schlußendlich finden sich massenhaft tote oder sterbende Bienen, vor oder in der Beute. Auffällig ist ein herausgestreckter Rüssel. Das Sterben kann sich über Stunden hinziehen und wird jeden Imker zutiefst erschüttern.
Schleichende Intoxikationen können beim Eintragen von verseuchtem Pollen auftreten. Jedesmal wenn dieser Pollen zur Bruternährung von den Ammenbienen aus 0den Vorräten geholt wird, sind Vergiftunszeichen zu beobachten.

Was ist bei Annahme einer Vergiftung zu unternehmen.

1.Bienenstand nicht verändern.

Der Bienenstand wird so belassen, für eine anschließende Schadensregulierung und ordentliche Beweisführung, ist es nötig, keineVeränderungen vorzunehmen.

2.Information an Polizei
Die Polizei ist zu informieren und es kann dann eine Anzeige erfolgen.
3. Information an einen Bienensachverständiger
Dies ist sehr wichtig, da ein geschulter Bienensachverständiger oder Zuchtbeauftragter, die Situation über den zu erwartenden Schaden besser einzuschätzen vermag.
4. Information an Pflanzenschutzdienst
Hier erhält man Informationen, welche Mittel zu besagter Zeit an welchen Pflanzen angewand worden sein könnten. Der Pflanzenschutzdienst ist über das zuständige Landwirtschaftsamt zu erreichen. Der Imker sollte versuchen bei der Schadensaufnahme den Pflanzenschutzdienst zu involvieren.
5. Eventuell auslösende Person informieren
Hat man einen begründeten Verdacht, sollte man eventuell diese verantwortliche Person auch informieren.
6. Beweismittel sichern
  • Bienenproben
    ca. 100 g tote Bienen in einen luftdurchlässigen Behälter geben
  • Pflanzenproben
    alle entnommenen Proben separat verpacken
  • Proben des Mittels
    findet man das auslösende Mittel, sollte es geeignet verpackt und mit eingeschickt werden,
7. Beweismittel einsenden

Alle Proben weden getrennt voneinander verschickt unter Angabe von:

  • Antrag auf Untersuchung der Probe
  • Name, Anschrift, Telefonnummer des Imker
  • Tag/ Uhrzeit der Vergiftung
  • Zahl der betroffenen Völker

Besitzt man Informationen über Umstände der Spritzung, so gibt man diese natürlich auch an.

Hier pdf Dateien zum runterladen Antrag und Merkblatt : bitte vollständig ausfüllen und einsenden.

 

Nun bleibt nur zu hoffen, daß Sie für den entstandenen Schaden entschädigt werden. Den verendeten Bienen nutzt dies allerdings herzlich wenig. Deshalb ist Vorsorge unser erstes Anliegen. Wie anfangs schon bemerkt, reden Sie mit den Landwirten und Gärtnern in der Nähe ihres Bienenstandortes, bleiben Sie im Kontakt, vielleicht können Sie somit etwas erreichen.

 

Letzte Änderung Sonntag, 13 Januar, 2013 22:14